Wie schon geschrieben, sind die Brausen der Mittelamerikaner etwas… anders:

In seiner unendlichen Weisheit kam ein ungenannter Mensch, möglicherweise ein Italiener, einst auf die Idee, einen Duschkopf und einen Tauchsieder unterschiedlichen Geschlechts zusammen in einen Käfig zu sperren, gut zu füttern und beide zur Paarung anzuregen. Das Ergebnis, das wahrlich nur eine Mutter lieben kann, nannte er… Lorenzetti.

Während Lorenzetti in Europa dank stärkerer endemischer Feinde (Zentralheizung, TÜV, gesunder Menschenverstand) nicht Fuß fassen konnte, vermehrte es sich insbesondere in Mittelamerika prächtig und ist dort in seinem natürlichen Habitat – meist an der Wand hängend – vielfach zu finden.

Duschevorher

Wie im Bild gut zu erkennen; zeichnet sich ein echtes Lorenzetti durch folgende Details aus:

  • Kaltwasserrohr mit daraufliegender Netzspannungsleitung aus der Wand kommend. Im Bild nicht sichtbar werden diese unmittelbar hinter dem Lorenzetti mit zwei etwa 10cm kurzen kurzen drahtigen Auswüchsen des Lorenzetti freifliegend verdrillt, um ihm Nahrung in Form von Strom zu geben.
  • Schiebeschalter mit meist drei Positionen, dessen Sinn trotz erheblicher Anstrengungen bis heute nicht ergründet werden konnte
  • das Lorenzetti selbst ist meist weniger beweglich als ein Faultier, daher ist eine flexible Arschbrause am eigentlichen Lorenzetti als Auswuchs angebracht

Ein lebendiges Lorenzetti kann man mangels Bewegung nur erkennen, indem man Wasser durch es schickt.
Bei nur geringer Intensität des Wasserstrahls, der offenbar bevorzugten Umgebung des Lorenzetti, pisst es dann entweder durch seine Unterseite und durch die angewachsene Arschbrause ein je nach Stellung des Schalters lauwarmes oder kaltes Rinnsal aus, wobei es lautstark vor sich hin gurgelt. Bei älteren Exemplaren kommt dabei häufig ein durchdringender Geruch nach verschmortem Kunststoff von den völlig überlasteten Anschlußdrahtauswüchsen hinzu. Ob die Gurgelgeräusche der Kommunikation mit dem Benutzer dienen oder Weibchen anlocken sollen, ist unbekannt.
Bei stärkerem Wasserfluß ist ein lebendiges Lorenzetti ebenso wie ohne Wasserfluß vom Laien nicht mehr direkt von einem toten Lorenzetti zu unterscheiden. Bei beiden kommt das Wasser genauso kalt heraus, wie es hineingeflossen ist. Der Fachmann kann gleichwohl bei adulten Exemplaren noch einen Unterschied durch den Geruch erkennen.

Und nun kommt der Maschinist ins Spiel. Als Europäer bin ich sozusagen genetisch als Feind des Lorenzetti festgelegt…