Schreibtisch zweiter Teil: Hurra, das, was ich als nächstbesten Ersatz für das fehlende Schloß finden konnte, ist da – Restbestand eines einzelnen Händlers für Antikrestaurationsmaterialien, Produktion eingestellt, laut Händler nur noch für rechte Türen erhältlich. Nun gut, besser als nix – eigentlich soll das ja in die linke Tür rein (heißt: (umgekehrte Schlüsseldrehrichtung)…

Schloß kam an, Schloß ausprobiert: hey, der Ömmel hat sich vertan, das Schloß ist für links! Glück gehabt.

Nach einiger Arbeit ist es nun drin:

Kleiner ZeitfresserSo klein und unschuldig, wie es da sitzt, sieht man ihm die über neun Stunden Arbeit und die nötige kleine Exkursion durch fast alle Tätigkeiten des Grundpraktikums gar nicht an… Sägen, Bohren, Feilen, Schleifen, Fräsen, Biegen, leicht verfeinert durch ein bißchen Spalten und noch mehr Sägen und Feilen für die nötigen Adapterteile aus Holz; von allem etwas, damit das Teil dem Original so nahe wie möglich kommt und sämtliche vorhandenen Altteile wiederverwendet werden. Der Ausbilder von damals würde sich vermutlich freuen, daß der “Studendekopp” von damals mal wieder was anständiges macht – wenn man aus einer halbrunden Eisenstange ein passendes kleines Flachblech feilt, kommt doch fast wieder ein bißchen “U-Stahl-Feeling” auf.

Jetzt brauche ich nur noch etwas 1,3mm-Messingblech für ein neues Schließblech (und adäquaten Ersatz für das provisorische Oberteil der Führung ganz unten im Bild). Und in so einem bis zehn Jahren sehen die Schrauben dann auch so aus, wie sie sollen.

Aber erst mal fräse ich mir passende Schlüssel aus meinen Rohlingen. Die Idee mit gedruckten Vorlagen und selbst mitgebrachten Rohlingen stieß beim Schlüsselheini leider auf nur sehr begrenzte Gegenliebe…