Erstaunlich.

Die Tagesschau titelt: “Babyboomer lieben Frührente”, und der Deutschlandfunk schreibt “Mehrheit der älteren Arbeitnehmer will früh in Rente gehen”.

Ursache: die Uni Wuppertal hat untersucht und ausgewertet – und es kam heraus – man halte sich fest – daß die Leute die Rente besser finden als zu arbeiten. Nicht mal 10% der Befragten wollen die volle Zeit im Beruf absitzen, höret und staunet.

Man hat schon den Eindruck, daß nun gar große Verwunderung über dieses Studienergebnis vorherrscht – aber warum? Leute, das qualitative Ergebnis hätte ich Euch ganz ohne Studie auch sagen können…

Daß die Mehrheit der Leute keinen Bock drauf hat, die vor einiger Zeit politisch festgelegte Anpassung des Renteneintritts mitzumachen, ist doch klar.

Ebenso klar ist, daß unter den Arbeitnehmern kein geistig gesunder Mensch die Arbeit höher schätzt als sein Privatleben. Ausnahme sind eine Handvoll Verrückte, vermutlich eben jene 10%. Schließlich ist zum einen dank der Herrschaft der Controller und Betriebswirte dem Beruf schon lange jegliche Entspanntheit ausgetrieben, und zum anderen sind jene, deren Arbeit ihr Leben darstellt, viel wahrscheinlicher selbst Unternehmer.

Nun rechnen wir noch drauf, daß die befragten Leute einen Großteil ihres Lebens auf eine Rente mit spätestens 65 hingeplant und damit auch ihre Finanzplanung darauf ausgerichtet haben.

Welchen Grund hätten die also, jetzt auch nur einen Tag länger zu arbeiten, wenn sie auf die paar Euro Differenz nicht unbedingt angewiesen wären?

Ich kenne exakt niemanden (mich selbst eingeschlossen), der freiwillig morgens seinen Arsch zur Fiirma bewegt. Arbeit ist ein leider notwendiges Übel und die Theorie der “Selbstverwirklichung durch Arbeit” vollkommener Schwachsinn. Je eher man sich davon befreit, desto besser.