Kategorie: 3D-Pinkler

Schee verratzt

Wer findet den Fehler?

Seit… hm… drei? Jahren liegen hier ja eine überfräste Aluplatte und ein vom Chinamann auf Maß geschnitztes Heizdingsda rum, die meinem 3D-Drucker mal miteinander verheiratet als Heizbett dienen sollen. Bisher gab es aber immer was anderes zu tun.

Nun kam die Laune und der zündende Gedanke zu einer tauglichen Halterung für die Glasplatte zum drauf drucken zusammen. Also staubte der Meister das Alu ab, bohrte Löcher, schnitt Gewinde und preßte zwei gerade greifbare Neodym-Magnete in die Platte ein, die – so der Gedanke – dann einen Griff halten mögen, der die Glasplatte beim Druck festklemmen soll. Nach dem Druck Griff abziehen, Glasplatte raus, alles gut. Auf jeden Fall komfortabler als die meist genutzten Papierstapelklemmer aus Federblech.

Tja, und dann hab ich die Platte, um auch sicher alle Eigenspannungen da rauszukriegen, nochmal gerichtet und dann für drei Stunden bei 270°C in den Ofen gelegt. Die ist jetzt nach ein wenig vorsichtigem Überschleifen auch wunderbar gerade und aller Voraussicht nach auch spannungsfrei …

Ich guck dann mal, wie ich die Magnete wieder aus ihrem Sackloch rauskriege. -.-


Sony Digicube

Des Meisters Mutter hat ihren Wecker getötet. Genauer gesagt wars der Tourette-Hund, das dämliche Vieh.

Nun finde mal einer einen neuzeitlichen LED-Radiowecker

  • mit 24-Stunden-Anzeige
  • zuverlässig und mit einigermaßen präziser Zeitanzeige
  • NICHT weißen Ziffern (wer sowas auf dem Nachttisch stehen hat, weiß warum…)
  • und geeignet für eine 60Hz-Stromversorgung

Ich hab nach einer guten Weile Sucherei aufgegeben und nach dem dreißig Jahre alten Sony ICF-C101W gesucht, den sie bisher hatte. Radiowecker sind aus der Zeit gefallen, scheint es… dafür nehmen die Leute heute wohl alle ihr Handy.

Das Objekt der Begierde ward bei Ebuy gefunden und kam auch an unbeschadet hier an – allerdings hatte der Vorbesitzer eine der grauen Tasten ermordet, die nun im Wecker von allen Zwängen befreit ihre Freiheit genoß und durch die Gegend klapperte… was also tun?

Auf jeden Fall: NICHT anstecken. Wenn da ne Taste rumklötert, kann die eventuell einen Kurzschluß produzieren. Also erst mal aufschrauben. Die beiden unteren Schrauben lösen und den hinteren Deckel vorsichtig nach hinten oben abziehen…

Sony Digicube

Dann den vorderen Gehäuseteil entfernen – hierzu erstmal die Radioskala auf 88MHz drehen (sonst darf man später die vordere Plexiglasscheibe abpopeln…) , den Blechstreifen rechts mittig in der Platine, der den Lautsprecher festklemmt, herausziehen und die drei Schrauben (zwei oben, eine unten im Batteriefach links neben dem Netzkabel) lösen:

Sony Digicube

Nun hat man das Innenleben in den Händen und sieht: Sony hat damals wohl entdeckt, daß man Federn aus Plastik herstellen kann. Erstmal vorsichtig die herumfallenden Reste herausschütteln, dann kann man mit etwas Geduld den Träger für die Tasten herausholen. Die kleine runde Taste für “Sleep” war bei meinem Wecker abgefallen. (Im Bild habe ich schon die Tasten herausgebrochen – siehe unten – ; das vorne unten unqualifiziert herumliegende Teil sollte aber eigentlich eins mit dem Träger sein…)

Sony Digicube

Was also tun? Kleben allein hält nicht lange bei dem Materialquerschnitt. Nach alter Väter Sitte mit einer längs hineingebohrten Stecknadel schienen ist bei einem nur 1,2mm hohen Plastikteil ebenfalls sportlich.

Aber wir sind ja modern, wir haben einen 3D-Drucker. Und man könnte auch gleich diese originalen Metallbügel-auf-Leiterplatte-Matsch-“Taster” (die ohnehin die Kupferkaschierung schon durchgescheuert haben) durch richtige Mikrotaster ersetzen.

Also erstmal den Dreck der letzten Jahrzehnte vom Gehäuse abgewaschen. Dann 6mm hohe Mikrotaster rausgesucht und auf den Stellen angelötet, wo einst die Metallbleche herumgejuckelt haben:

Sony Digicube
…die vier weißen Tasten sind nich oreginool…

Wie man sieht, habe ich mir auch gleich die Taste für die “Snooze”-Taste links vorgeknöpft und dafür das Kontaktblech aus der Taste im Weckervorderteil einfach herausgezogen.

Anschließend ward das Plastikfederdings für die Tasten nachkonstruiert, statt der Metallblechhaltekonturen mit passenden Erhöhungen für die Taster versehen und ausgedruckt (für Interessenten: hier ist die STL-Datei, in Layerhöhe 0,1mm ausdrucken):

Sony Digicube

Nun fehlen noch die beiden Tasten selbst.

Die pflücken brechen wir einfach aus dem Schrott heraus, den wir soeben mühevoll aus dem Wecker gepopelt haben und feilen die Halter für die Blechkontake ab:

Sony Digicube

Damit die Tasten später nicht klappern, werden sie mit etwas dünnem Doppelklebeband versehen.

Sony Digicube

Überstände abschneiden, die Tasten in den schräg kopfüber liegenden Wecker reinlegen…

Sony Digicube

… und nun vorsichtig die gedruckte Kunststoffeder an ihren Platz bugsieren, ohne daß die Tasten anpappen. Dann die Tasten vorsichtig festdrücken, und das ganze sieht so aus:

Sony Digicube

Nun baut man den Wecker wieder zusammen (Achtung, die “All Off”-Taste hat innen zwei kleine Nasen, die müssen den nach vorn ragenden “Bügel” des gerade gedruckten Kunststoffteils umfassen), testet die Tasten – und freut sich darüber, daß der alte Radauwürfel wieder heile ist.


No good vibrations – no more

Nachdem ich den kleinen GRR Neo erst gedämmt, dann die Elektronik ausgewechselt, dann die Lager und die Wellen getauscht habe, bin ich nun endlich darauf gekommen, die verdammten Motoren auszutauschen. Und nun ist das Teil endlich leise und vibriert nicht mehr.

Falsl jemand dasselbe vor hat: OMC Nema 14 Bipolar 1.8deg 18Ncm (25.5oz.in) 0.8A 5.74V 35x35x34mm für die Y-Achse, und – wer es sich zutraut – der OMC Nema 14 Hollow Shaft Stepper Motor Bipolar 18Ncm (25.5oz.in) 0.8A 35x35x34mm für die X-Achse, wobei man sich dafür aus einer 5mm-Achse eine 33mm lange Achsverlängerung schnitzen und in die Rückseite der Motorwelle einpressen muß, weil der Neo an der X-Achse einen Motor mit beidseitigem Abtrieb braucht, den man aber nirgendwo kriegt…

Läuft schneller, leiser und vor allem vibrationsfrei!


Kennt jemand jemanden…

… der im Besitz einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist und über den man was bei Misumi bestellen kann? Konkret gehts um 10 LMU8-Linearlager und 6 dazu passende PSFJ8-Wellen…


German Reprap Neo reloaded

Ha. Der Meister hat seinem Plastikpinkler bessere Umgangsformen beigebracht :-)

  • leiser
  • schneller (jetzt brauch ich nen neuen Feeder, der da hinterherkommt ^^)
  • die “Pause”-Funktion tut endlich das, was sie soll! Hurra, ich kann mitten im Druck das Filament wechseln, irgendwelche Teile einlegen, den Druckkopf putzen,…
  • anpaßbar und erweiterbar ohne Neukompilieren und Flashen der Firmware (wofür man natürlich eine spezifische alte von irgendeinem Bastler 2014 mal gepatchte Arduino-Software braucht…). Webinterface aufrufen, passende Konfiguration ändern, neu booten lassen, fertig. Das hat mich die ganzen Zeit davon abgehalten, die Heizplatte einzubauen, die hier seit einem halben Jahr meiner Aufmerksamkein harrt…
  • ohne “GDI-Drucken” mit ständiger mehr oder weniger wackliger USB-Verbindung und einem seit x Jahren nicht mehr aktualisierten und unsignierten Treiber

Wie? Das semi-antike Printrboard mit seiner lärmenden 80er-Jahre-Retrofeeling-Schrittmotoransteuerung ist rausgeflogen, und jetzt arbeitet ein nettes nagelneues DuetWifi nebst zugehörigem Display in dem kleinen Kasten.German Reprap Neo reloadedWer’s nachbauen will: die Teile sind auf Thingiverse. Zum einen die Adaptierung der Leiterplatte und zu zweiten das Displaygehäuse.


Passend zu Weihnachten

Geht man nach den Radiosendern, ist ja nicht gerade mal mit Mühe Advent, sondern gemessen an der Dichte des Weihnachtsgedudels schon übermorgen Weihnachten. Oder am liebsten schon heute.

Als sich der Moderator von harmony.fm (eigentlich bis auf gelegentliche “Das-Lied-hatte-ich-seit-den-80ern-verdrängt”-Aussetzer ein echt angenehmer Sender, da vollkommen frei von den gehörgangvergewaltigenden und bestenfalls irrtümlich als “Musik” verkauften Schallwellenabfolgen der aktuellen Charts) gestern zu der Aussage verstieg, wie schön es doch sei, “endlich wieder Weihnachtslieder” spielen zu können, guckte ich meinen Kollegen nur an, er guckte mich an – und wir tippten uns beide synchron an die Schläfe.

Zuhause wollte $mylady passend zur Jahreszeit dann was vom Maschinisten haben – aus dem 3D-Drucker:

weihnachtsdruck

Was ist das?


Sinnvolles für einen 3D-Drucker

Das erste, was Das Ich mir sagte, als der Meister den Plastikpinkler erwähnte, war irgendwas in der Richtung davon, daß er so einem Teil bei den meisten Leuten jeden Sinn abspreche.

Gut, bisher habe ich mit dem Gerät auch nur Teile gedruckt, die dazu da sind, den Drucker selbst zu verbessern – einen Halter für einen induktiven Z-Endschalter, eine komplette X-Achse für ein besseres Hotend, eine Verstärkung für den Drucktisch…

Jetzt ist der Kleine so weit in Ordnung, und einer Lösung für die immer wieder mal auftretenden ominösen Abstürze komme ich auch näher.

Momentan druckt er (nach einer Futterschaufel für unser Kleinviehzeug) einige 145°-Winkel für eine indirekte Beleuchtung. Die könnte man sich aber auch noch aus Blech zusammenbasteln.

Als nächstes folgen dann aber die Endhalter für besagtes Wandlichtelement:

wandhalter_lampeDank einiger Raumwinkelschweinereien hat das Ding nicht einen einzigen rechten Winkel, sondern besteht aus einer konisch zulaufenden dreieckigen Struktur mit einigen Auswüchsen. Und man sieht es teilweise, weswegen es nach Möglichkeit einigermaßen ansprechend sein sollte…

Aus Metall wird das ohne CNC-Fräsmaschine doch eher unhandlich, da sitzt man grob geschätzt einen Tag dran (und die kleine Unimat ist mit den 12cm Länge schon ziemlich gefordert). Und ich brauche zwei spiegelbildliche davon.

Das STL von dem Ding hat mich eine gute halbe Stunde gekostet. Drucken macht der Drucker von alleine.

Das taugt als erste Daseinsberechtigung :-)


Faszinierendes Ding

Was ist würfelförmig, steht auf der Werkbank und singt in den schiefesten Tönen?

Nein, kein Radio mit Schlagersender (obwohl das auch passen könnte…), sondern ein 3D-Drucker.

Der Meister bekam den Hinweis, daß eine chinesische Hinterhofbude solch ein Gerät für sage und schreibe 150 Eier anbietet. Bis ich nachgesehen habe, war das Angebot zwar Geschichte, jedoch beglückte der Blick auf die üblichen Verramschmichseiten mit einem deutschen Modell – zwei Jahre alt, gebraucht, mit massivem Metallgehäuse und guter Mechanik einerseits sowie einigen modelltypischen bekannten Schwächen andererseits für ein Drittel des Neupreises. Da bin ich dann schwach geworden.

Tja, und nach einiger Bastelei steht der Würfel hier auf der Werkbank und druckt sich selber einen neuen Druckkopf.

Und Quarzglas mit Uhu-Stick ist tatsächlich eine wunderbare Druckunterlage :)