Kategorie: Netzfund

Genau wie gedacht

Nach der seit langem bekannten sehr eindeutigen Einstellung des werten Herrn Zuckerberg (Zitat: “Sie ‘vertrauen mir’. Vollidioten.”) zu den Interessen seiner Kunden hatte ich nun wirklich nichts anderes erwartet: Heise meldet, daß Facebook die vom Kunden in Facebook gesetzte Datenschutzeinstellung zur Standortbestimmung ignoriert. Der Knopf bewirkt lediglich, daß zwischen zwei verschiedenen Arten des Standorttrackings umgeschaltet wird.

Mal wieder ein Beweis dafür, daß der Typ seine Kunden als nichts anderes betrachtet denn als Melkvieh, das gefälligst keine eigene Meinung zu haben hat. Man mache sich nix vor: effektiv isses doch so, daß hinter jeder Option zur Einstellung des Verhaltens von Website oder App bei Facebook, Whatsapp, Instagram, Playgiga und den anderen Läden dieses Konzerns ein kleiner Mark Z. hockt, der fröhlich singend die Einstellung grad wieder auf den für Fratzbuch genehmen Wert zurückändert. All your data are belong to us – Recht und Gesetz und Kundenwunsch schert uns einen Scheißdreck. Selbst Google ist IMHO nicht ganz so dreist.

Das wunderschöne Kind “Internet” der Neunziger ist erwachsen und alt geworden – und nun öffnet einem beim Start des Browsers eine fette, ranzige, versoffene Kommerzhure im fleckigen Jogginganzug die Tür, lügt Dir nach Strich und Faden was vor, betäubt Dich mit ihrem fauligen Atem, durchwühlt ungefragt all Deine Taschen und stopft Dir Bündel um Bündel voll auf dem Klo zerlesener schmieriger Aldi-Heftchen ins Maul.

Und jetzt frage sich nochmal einer, weshalb ich nach Kräften danach trachte, das alles für meine Geräte zu blockieren…


“Grey’s Asylum”

Ein Fund aus der Sponti-Wochenschau: Grey’s Asylum, eine Art Grufti-Muppetshow. Da hat sich jemand echt Mühe gegeben – allein schon die ganzen Puppen zu basteln…

Des Meisters persönlicher Favorit ist eindeutig der Spruch des Tages, der Rest schwankt zwischen witzig und etwas anstrengend.

"Grey's Asylum"
Grey’s Asylum 1: Der Spruch des Tages


SloMo

Auf der Suche nach einem… naja, komfortableren und eleganteren SSH-Terminal als PuTTy wird einem dann und wann “Terminus” angeboten. Sieht hübsch aus und hat eine portable Version, also mal runtergeladen, gestartet… nochmal gestartet… – und grad wieder entsorgt.

Liebe Programmierer, das Programm sieht wirklich hübsch aus, soweit ich das gesehen habe. Aber ein SSH-Terminal, das auf einem Ryzen mit NVME-SSD zwölf Sekunden zum Starten braucht? Seid Ihr noch ganz bei Trost?!


“Die Psycho-Tricks der App-Entwickler”

Recht reißerischer Titel von Heise, aber der Beitrag selbst ist mal eine gelungene Kurzzusammenfassung der wichtigsten Schweinereien, mit denen Fratzbuch, Snapchat und Co. versuchen, die menschlichen Automatismen zu nutzen – unter anderem durch künstliche Anregung der Dopaminausschüttung, wie es auch bei vielen Drogen geschieht.

Lesenswert. Kenne Deine Feinde.


ZAO

Das ging bisher an mir vorbei: die Zeiten, wo wir bewegte Bilder mit Sprache als auch nur ansatzweise “echt” annehmen konnten, sind offensichtlich schlagartig vorbei.

Es scheint, man braucht nur ein Video von Person 1 und einige simple Photos von Person 2 – und dann generiert diese App auf einem gottverdammten Handy ein sogenanntes Deepfake-Video, wo es so aussieht, als würde Person 2 das tun und sagen, was Person 1 getan und gesagt hat. Das ganze klappt unter anderem aufgrund der begrenzten Rechenkapazität eines Smartphones umso besser, je mehr sich die Gesichter ähneln.

Interessanterweise findet man bisher nicht viel in deutscher Sprache, aber bei diesem Video bekommt man einen kleinen Eindruck von den Möglichkeiten dieser Technik.

https://www.youtube.com/watch?v=knRGxj37AjM

Und nun stelle man sich vor, was man mit der Rechenkapazität eines richtigen Computers odet gar eines Großrechners anstellen könnte… Hubert Meier anstelle von Jean-Luc Picard als Captain der Enterprise ist da noch echt harmlos. Was passiert aber, wenn plötzlich unser Bundeskanzler tausendfach auf nachgesprochene Hitler-Reden montiert und in Polen verteilt wird? Oder simpler: wenn ein Kollege in der Firma Dein Gesicht auf irgendein Video montiert, wo er über die Firma und Deinen Chef abledert oder schlimmeres?

Da geht er endgültig hin, der letzte Rest der einst durch das Fernsehen gewonnenen Objektivität und Überprüfbarkeit von Berichten. Schauplätze und Requisiten konnte man schon immer fälschen, Aussprache und Tonlage spätestens seit der Verfügbarkeit ausreichend leistungsfähiger Computer – aber die zugehörige Mimik von Personen in dieser Perfektion und mit dermaßen geringen Mitteln, das ist neu.


Isdasgeiloderisdasgeil?

Da baut einer einen Boxermotor mit Elektromagneten und Mikroschaltern:

https://www.youtube.com/watch?v=x4im3M9IFcI

Ziemlich coole Idee!


Das wär doch mal was!

Nachdem dank ZDF erfolgreich das letzte dünne bißchen leuchtendblauen Lacks von der tiefbraunen Fäkalöffnung der AfD runtergekratzt ist, kommentiert die Welt: “Hitler-Erben verklagen Höcke wegen Urheberrechtsverletzung“.

Mensch, das wär doch zur Abwechslung mal eine sinnvolle Nutzung des dämlichen Urheberrechts, wenn man dem Typen damit das Maul stopfen könnte! Leider aber nur Satire.

Und in Finnland üben sie sich im Heavy-Metal-Stricken, woran man mal wieder sieht, daß die Finnen erstens kreativ im Erdenken seltsamer Sportarten und zweitens ziemlich schmerzbefreit sind…


Plöt.

Grmbl, das hier klingt nach einer ziemlich bösen Lücke in iOS. Dann werde ich mein gutes iOS 10 und die noch vorhandenen 32Bit-Apps (64 Stück zufälligerweise, haha…) nun wohl doch entweder einstampfen oder dem SE und dem iPad endgültig den Zugang ins Internet verwehren müssen… -.- schade drum.


Dascha dreist.

$mylady wütet ja gern im Garten – der Meister beschränkt sich da eher aufs Essen der daraus entstehenden Produkte.

Jedenfalls frißt das Grünzeug ausreichend viel Wasser, daß da wohl über kurz oder lang ein Mensch mit einem dicken Bohrer kommt und uns einen Brunnen in die Erde schafft.

Soweit, so gut. Interessant wird es dann, wenn man das von der Tiefbrunnenpumpe herbeigeschaffte Wasser verteilen will; hierzu beglücken einen die entsprechenden Hersteller mit unterschiedlichen Steuergeräten, Ventilen, Sprühdüsen und sonsten wasserleitenden oder -spuckenden Heimgärtnerdevotionalien – da muß man sich erst mal einarbeiten.

Und dann kam offenbar auch irgendwer auf eine glorreiche Idee: wenn ich da ein Steuergerät habe, das mir programmgesteuert irgendwelche 24V-Ventilausgänge schaltet, dann kann ich doch auch so einen Ventilausgang dazu benutzen, um die Pumpe anzuwerfen – und mir damit den nervigen Druckschalter (der dann wieder ein Ausgleichsgefäß braucht…) sparen!

Gute Idee, recht einfach umzusetzen. Man braucht dafür ein 24V-Leistungsrelais, das die ein- bis zweitausend Watt der Pumpe schalten kann, ein paar Dioden (damit auf den 24V Wechselspannung Gleichpannung werden, und als Freilaufdiode) und eine Kiste mit zwei Kabeldurchführungen, in die man es einbaut. Wenn man es sicher haben will, noch einen Varistor für den Ausgang – nachdem die Pumpe aber eh eine eigene Elektronik hat, ist das nicht mal zwingend nötig. Bei der Elektronikapotheke mit dem blauen “C” ist man da (inklusive IP67-Gehäuse sowie gutem und völlig überdimensioniertem Finder-Relais für 7,5kW Schaltleistung) mit guten 25€ dabei. Für Firmen mit Fertigungsstückzahlen deutlich über 100 wäre das ein Drittel bis die Hälfte – allerhöchstens.

Und nun sehe man sich mal an, was Hunter für so ein Scheißrelais will!

Da bastele ich eindeutig lieber.


Genau. Super.

Jetzt weiß ich wieder, warum ich der Regel “nur das, was auf MEINER Festplatte ist, ist sicher” folge:

In der Klaut hat(te) der Meister nur zwei Dinge: zum einen Posteo für Kalender, Adressen und Emails, und als Bookmarkmanager Favattic – es hat schon einen gewissen Komfort, wenn man ohne Tamtam auf allen Geräten auf dieselben Bookmarks zugreifen kann.

Das lief auch die letzten knapp drei Jahre völlig problemlos mit annähernd 100% Erreichbarkeit.

Bis letzte Woche. Seitdem kann man sich bei Favattic ohne Vorwarnung nicht mehr einloggen. Und nach einiger Suche habe ich im Impressum der Website ein kleines “i.L.” hinter dem Firmennamen gefunden. In Liquidation…

Also habe ich einen wunderschönen Abend damit verbracht, das Backup vom letzten Jahr herauszukramen und anhand des (hurra, mit auf den neune PC umgezogenen) Browserverlaufs einigermaßen auf den aktuellen Stand zu bringen.

Hättet Ihr Vollpfosten nicht mal den Kunden Bescheid sagen können, bevor Ihr den Server abdreht und Euch zum Sterben hinlegt?!

Falls jemand einen kleinen Bookmarkmanager für den Raspi kennt: bitte melden.

Edit:

  • Zum einen hat sich der Programmierer von Favattic auf meine Email gemeldet – sie seien durchaus noch nicht tot, hätten aber massive Probleme mit ihrem Hoster… hm. Danke, aber nachdem diese Probleme nun seit über einer Woche zu einem vollständigen Ausfall des Services führen, fragt man sich ein wenig, wie viele Nutzer Favattic danach noch haben wird…
  • zweitens scheint der Meister nun doch nicht ganz so allein zu sein – eine Suche hat eine Seite zutage gebracht, wo mehrere Bookmark-Services gelistet werden, die zum Selbst-Hosten taugen. Am besten gefällt mir Geekmark, die unterstützen bisher aber nur Chrome und das wars. xBrowsersync ist ne nette Idee, die aber für jeden Browser angepaßte Plugins benötigt, daher… nein. Also Shaarli, das sieht (mit Ausnahme der nicht vorhandenen Unterstützung für hierarchische Tags) ziemlich gut aus und hat sogar dasselbe Bookmark-Backup-Format wie Favattic. Jetzt muß ich es nur noch zum Laufen kriegen und pi.hole dabei am Leben lassen… wie ging das nochmal mit Docker, TM? :o)

Edit die zweite: Seit heute (31.7.) läuft Favattic wieder. Mein Shaarli auf dem Raspi aber auch… Also sichern, aufräumen, umziehen :-)