Kategorie: Schei…

Tschö, Rudy.

:Wumpscut: ist Geschichte. Das muß man erst mal verdauen, nach 26 Jahren… auch wenn sich mit Blick auf die Hitliste leise die Frage aufdrängt, ob er sich mit seiner “jedes Jahr muß ein Album raus” nicht selber ein Bein gestellt hat. Ich jedenfalls habe mich auf jedes neue Album gefreut – und war dann in der letzten Zeit immer wieder  enttäuscht, wenn nicht was gutes dabei war…

Aber egal: Danke für viele verflucht gute Lieder.


Och, Scheiße…

Den aus meiner Sicht mit weitem Abstand besten Konditor, den ich kenne, das Wiener Café in Wörth, gibt es nicht mehr.

Seit dem Anfang, sprich seit 25 Jahren war ich da mindestens einmal im Jahr und hab mir eine große Platte Kuchen und Piemonteser-Nougat bis zum Abwinken geholt. Zuletzt letzten September… und jetzt wollte ich wieder… war wohl nix.

Damit ist der so ziemlich letzte Grund dahin, nochmal die paar Kilometer in die alte Heimat zu fahren.

Baba, alter grüner Laden, und meinen tiefempfundenen Dank an Herrn Kircher, daß er trotz Umgehungsstraße und anderer Widrigkeiten so lange durchgehalten hat.

Wo krieg ich jetzt noch guten Kuchen her…? Wohl am ehesten noch aus der Tiefkühltruhe…


Gib mir mein Destillat…

Die alten Zeiten... vor Rauchverbot, Tanzverbot, Denkverbot...

Arne legt auf, für mich ein letztes Mal im BiGa. Er spielt “Destillat”, und zwar ohne es hochzupitchen… und ich tanze…

Bilder, die Worte spielen
und sich in Dir verlieren
um ganz still zu liegen
fragen und erinnern
sich auch an das Bett
auf dem der Knabe spielt
das in dem Keller steht
in dem der Mensch sich dreht…

… und tanze weiter… schließe die Augen… und eine wilde Mixtur an Erinnerungsfetzen aus meinen beiden “Wohnzimmern”, dem Steinbruch und dem BiGa, kommt hoch…

gib mir mein Destillat – gib mir mein’ Alltagstod

… ich sehe Sabrina in ihrem Punkerklamotten auf der Tanzfläche… Riedi steht am Tresen, geschminkt wie Crow, und guckt…

gib mir mein Gnadenbrot – zur Ewigkeit

… Elena kommt (wie immer) viel zu spät zur Tür rein…

da wird auch Zweifel sein – da wird Unglaube sein

die schwarzen Kacheln des BiGa verschwimmen mit der Tanzfläche vom Bruch…

da wird auch Zaudern sein – wir alle – einsam und allein…

… am DJ-Pult wechseln sich Lothar, Arne und Mirko ab…

Ein and’rer in mir schreit – schmerzvolles grosses Leid

… ich drehe mich um, tanze mit Sabine, 6100, Carpenoctem, Joschi, Dominic, Andrea und vielen anderen… sie tanzen an mir vorbei… tanzen um die Säule, die mitten auf der Tanzfläche ist…

Geburt und Schicksal weht – wie Lust an mir vorbei

… Marie taucht auf und freut sich über ihre New Rocks mit den schwarzen Lackflammen drauf… wir verbringen den Abend in der Gruppe quatschend draußen im Biergarten auf einer Bank…

mein Herz gebiert die Qual – ein allerletztes Mal

… erneut die Erinnerung, als ich eines Tages völlig fertig im Bruch auftauche, als mein Ersatzgroßvater gestorben ist und ich es einfach zuhause nicht aushalte – und sich plötzlich Leute um mich kümmern, die ich kaum kenne…

ein toter Musikant – spielt das stille Lied…

…ungezählte Abende ziehen vorbei, erst häufiger im Bruch, dann nach meinem Umzug eher im BiGa…

Gib mir mein Destillat – gib mir mein’ Alltagstod

… dann die schlagartig erschreckend leeren Räume, als das dämliche Rauchverbot eingeführt wurde – und wie sich der BiGa über lange Jahre hinweg wieder etwas davon erholt…

gib mir mein Gnadenbrot – zur Ewigkeit…

… und nun nach über zehn Jahren das Ende, plötzlich und – für mich – unerwartet.

 

 

 

… Cut.

 

 

 

Einige Zeit später am gleichen Abend.

Arne spielt Wreath of Barbs. Und ausnahmsweise, einmal, ist ein anderer DJ zur Stelle und paßt das Licht wirklich perfekt an. Die Lampen werden gedimmt, einige Strahler tauchen den Raum in nachtblaues Leuchten, und andere Lampen lassen tausende kleine Sterne erscheinen – überall, auf der Tanzfläche, auf der Säule, am Vorhang und an den Wänden… und die Sterne drehen sich langsam, schwingen vor und zurück, tanzen mit den Leuten im gemächlichen Takt der Musik…

Ich stehe da, stehe am Rand der Tanzfläche, stehe still und präge mir dieses Bild ein… und, ja, mir stehen Tränen in den Augen, zum wiederholten Mal an diesem Abend.

So will ich mich an den BiGa erinnern.

Auf ewig.

Das Lied ist aus. Wir verabschieden uns und gehen.

 

Leb wohl, alter Bunker. Danke.

RIP-BiGa

 

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Edit: die Bilder bei Fratzbuch von der Abschiedsparty Samstag sind überwältigend. Schön, daß Euch von jung bis grauhaarig so unglaublich viele die letzte Ehre gegeben, mit Euch gefeiert und – am Ende – getrauert und geweint haben.


Charlie Hebdo

Die meines Erachtens beste Reaktion von denen, die ich gesehen habe: twitter.com/analope…

Was geht in solchen vollständig hirnlosen, verblendeten Vollpfosten vor?

Schon rein aus Prinzip muß man da ja einigen dieser Karikaturen ein weiteres Plätzchen im Netz geben!

charliehebdo7nov2012 charliehebdo1okt2014
charliehebdo1jul2009

Wir sind Charlie Hebdo. Nous sommes Charlie Hebdo.


:’-(

Oh verdammt…

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Autsch.

Bei Ebay steht grad ein olivgrüner Lamy Safari bei 297€. Und der läuft noch über drei Tage…

Genau so ein Ding – und ja, in ebendieser Farbe – war mein erster Füller. Und ich hab fröhlich auf ihm rumgekaut, bis hinten der Stopfen rausfiel – und ihn dann weggeworfen und durch einen Geha ersetzt.

Das war grob 1988/89. Da konnte man natürlich nicht wissen, daß ausgerechnet dieses Ding mal so eine Wertanlage wird. Trotzdem – da könnte man sich schon in den A… beißen…


Tschüß, MRR

Der Meister der Worte, Marcel Reich-Ranicki, ist tot.

Danke für so einige Lacher, alter Mann. Die “hohe Literatur” interessiert mich nur in geringem Maße – aber Sie haben mich bei mancher abendlichen Fingerübung an der Fernsehfernbedienung innehalten lassen – und mir das eine oder andere mit Ihrem Witz und Ihrer scharfen Zunge nähergebracht. Oder wie er den Lackaffen Michel Friedman auseinandergenommen hat…

Man sagt, die Bekanntheit eines Menschen erkenne man auch daran, wie oft er parodiert wird. Daher als schmunzelnde Erinnerung hier ein Stück aus Harald Schmidts Glanzzeiten… damals… beim WDR:

Harald Schmidt parodiert Marcel Reich-Ranicki 1990 leider nicht mehr online zu finden. Wohl denen, die sich eine lokale Kopie gezogen haben…


Empty spaces…

Chris

Ja, wir waren wohl alle zu weit weg. Zu blind, vielleicht, zu fixiert auf unsere eigenen kleinen Probleme.

Gehört haben wir jedenfalls nichts, falls Du denn um Hilfe gerufen haben solltest. Aber da bin ich mir nicht mal sicher, Du warst ja immer der Ruhige der Truppe, der – verzeih mir – entspannte Teddy mit dem freundlichen Lächeln. Ich habe Dich nie wirklich sauer erlebt, nicht mal als ich einen sitzen und meine Laune an Dir ausgelassen hatte, obwohl Du da allen Grund dazu hattest. Habe ich mich dafür eigentlich entschuldigt? Ich weiß es nicht mehr…

Weiter im ewigen Rennen, immer weiter, weiter, weiter. Ohne Dich, Du ruhst Dich jetzt aus. Irgendwo beneide ich Dich.

Ciao, Alter. Ich hoffe, die letzte Nacht kam schnell und ohne Leid.

Danke, daß ich Dich kennen durfte.

 


Adios…

So langsam stirbt es… der Chrom geht ab, die Vierwegetaste ist durchgebrochen, die Akkulaufzeit läßt nach. Sonst läuft es zwar noch (von den Bugs abgesehen, die es von Anfang an hatte), aber es wird so allmählich Zeit. Klarer Fall von zielgenauer Auslegung auf zwei Jahre Lebensdauer.

Nur: Ich krieg einfach keins mehr. Das KM380 war (neben dem Ericsson W350, aber das zählt nicht – unter anderem wabernde und Blasen verteilende Menüicons disqualifizieren einfach nachhaltig) das allerletzte Handy mit einer vernünftigen Klappe. Warum kriegt man nur noch Geräte, wo man sich bei Einhandbedienung den Daumen abbricht?
km380

Aus purer Verzweiflung liebäugele ich mit dem Nokia 8800 Arte, trotz Series40-System und unverschämten Preisen… das hat wenigstens eine Schiebeklappe…


Es stimmt also…

… “die Arschlöcher sind meist die besseren Ärzte” (Zitat der weiblichen Hälfte meines Ursprungs).

Zumindest ein Beispiel für die Inverse dieser Aussage kenne ich jetzt – von Dr. H. aus U., seines Zeichens Allgemeinchirurg, bin ich weniger angetan.

Menschlich ist er echt lieb, ebenso wie seine offenbar an jedem Wochentag wechselnden Angestellten.

Fachlich dagegen… man korrigiere mich, wenn ich falsch liege: wenn man ein Atherom (ein Pickel, der ein- statt ausziehen und immerzu anbauen will und dem man deswegen halt irgendwann fristlos kündigen muß) öffnet, dann erwarte ich, daß jenselbige Lästigkeit nicht ein bißchen, sondern spätestens nach Abschwellung vollständig entleert werden möge und man nicht den bei der ersten Sitzung nach dreißigsekündiger Grobreinigung reingestopften Mull rausgezogen, ein Pflaster draufgepappt bekommt und mit dem Hinweis nach Hause geschickt wird, man möge die Sache doch daheim selbst mit der Dusche noch “etwas ausspülen” und mit dem Fön (!) trocknen (das corpus delicti befand sich nebenbei mittig zwischen den Schulterblättern am Rücken; man probiere da mal selbst ranzukommen).

Nach einer guten halben Stunde geduldiger Bearbeitung war meine in sowas zum Glück sattelfeste bessere Hälfte soweit, daß kein Dreck, Talgbrocken in Fingernagelgröße und weißderteufelwasnoch mehr kam und die Wunde sauber aussah. Morgen gehe ich los und hole isotonische Kochsalzlösung (edit: wurde dann doch Polyhexanidlösung, lieber mit Kanonen auf Spatzen schießen als umgedreht…) zum Spülen.

An der Schrift erkennt man einen guten Arzt offenbar nicht: der Mann hat fast exakt dieselbe Sauklaue wie meine werte Mutter – die hat sich aber in all ihren Berufsjahren nie einen Schnitzer erlaubt.

Wenn ich mal wieder einen brauche: Kennt jemand einen fähigen Chirurgen?

Merke des weiteren: diese komischen Pflaster aus weißem gelochtem Filzkram mit durchsichtigem, leicht schmierigen Klebstoff sind zu meiden, ich bin tatsächlich mal auf etwas allergisch, und zwar nicht zu knapp. Es geht doch nichts über gutes altes Leukoplast/-tape mit dem bappigen weißen bis hellbraunen Klebstoff Marke “alter Kaugummi”, den nur Waschbenzin widerwillig auflöst.