Kategorie: Schwarz

Tschö, Rudy.

:Wumpscut: ist Geschichte. Das muß man erst mal verdauen, nach 26 Jahren… auch wenn sich mit Blick auf die Hitliste leise die Frage aufdrängt, ob er sich mit seiner “jedes Jahr muß ein Album raus” nicht selber ein Bein gestellt hat. Ich jedenfalls habe mich auf jedes neue Album gefreut – und war dann in der letzten Zeit immer wieder  enttäuscht, wenn nicht was gutes dabei war…

Aber egal: Danke für viele verflucht gute Lieder.


In 10 Jahren nix gelernt

Meine lieben Herren von Agonoize,

es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder Ihr habt entgegen Euren eigenen Aussagen seit “Koprolalie” bisher immer noch nicht gelernt, das Hirn beim Verfassen Eurer Texte einzuschalten – oder aber die schlimmere Alternative: Ihr denkt in der Tat, dann muß man aber annehmen, daß Ihr mit den Rechten liebäugelt. 

Anders kann man den Text von “Deutsch” leider nicht deuten, auch wenn Ihr da drin behauptet, keine Rassisten zu sein.

Es spricht absolut nix dagegen, sich über mangelnden Integrationswillen aufzuregen. Aber: Ihr verbindet Ausländer mit Dreck, Drogen, schürt Ängste vor Überfremdung und Vertreibung.

Da könnt Ihr noch so oft das Gegenteil behaupten – wenn das keine rechtsradikalen Positionen sind, dann weiß ich auch nicht.

Gerade hatte ich Euch nach zehn Jahren “Koprolalie” einigermaßen verziehen. Jetzt habt Ihr es Euch noch nachhaltiger verschissen.

Ich danke jedem DJ, der Euch nicht spielt.

Ihr seid eine Schande für die Schwarze Szene!!


Der Beweis:

Cybergoths… am besten erstmal für die Uneingeweihten: das sind die mit den Fellpuscheln und den Lämpchen überall am Körper, deren großherzige Zuneigung vom Ret der Grufties am besten wohl mit diesem Pktogramm erklärt ist:

Nun, wie dem auch sei, diese laufenden Tannenbäume sind offenbar ansteckend – selbst Schuhleder wird infiziert. Man sehe sich nur mal an, was aus den guten New Rocks dieses Menschen hier geworden ist, als er (vermutlich aus Versehen?) auf einen draufgetreten sein muß:

Zum Glück gibt es nicht mehr viele Überträger!


Gib mir mein Destillat…

Die alten Zeiten... vor Rauchverbot, Tanzverbot, Denkverbot...

Arne legt auf, für mich ein letztes Mal im BiGa. Er spielt “Destillat”, und zwar ohne es hochzupitchen… und ich tanze…

Bilder, die Worte spielen
und sich in Dir verlieren
um ganz still zu liegen
fragen und erinnern
sich auch an das Bett
auf dem der Knabe spielt
das in dem Keller steht
in dem der Mensch sich dreht…

… und tanze weiter… schließe die Augen… und eine wilde Mixtur an Erinnerungsfetzen aus meinen beiden “Wohnzimmern”, dem Steinbruch und dem BiGa, kommt hoch…

gib mir mein Destillat – gib mir mein’ Alltagstod

… ich sehe Sabrina in ihrem Punkerklamotten auf der Tanzfläche… Riedi steht am Tresen, geschminkt wie Crow, und guckt…

gib mir mein Gnadenbrot – zur Ewigkeit

… Elena kommt (wie immer) viel zu spät zur Tür rein…

da wird auch Zweifel sein – da wird Unglaube sein

die schwarzen Kacheln des BiGa verschwimmen mit der Tanzfläche vom Bruch…

da wird auch Zaudern sein – wir alle – einsam und allein…

… am DJ-Pult wechseln sich Lothar, Arne und Mirko ab…

Ein and’rer in mir schreit – schmerzvolles grosses Leid

… ich drehe mich um, tanze mit Sabine, 6100, Carpenoctem, Joschi, Dominic, Andrea und vielen anderen… sie tanzen an mir vorbei… tanzen um die Säule, die mitten auf der Tanzfläche ist…

Geburt und Schicksal weht – wie Lust an mir vorbei

… Marie taucht auf und freut sich über ihre New Rocks mit den schwarzen Lackflammen drauf… wir verbringen den Abend in der Gruppe quatschend draußen im Biergarten auf einer Bank…

mein Herz gebiert die Qual – ein allerletztes Mal

… erneut die Erinnerung, als ich eines Tages völlig fertig im Bruch auftauche, als mein Ersatzgroßvater gestorben ist und ich es einfach zuhause nicht aushalte – und sich plötzlich Leute um mich kümmern, die ich kaum kenne…

ein toter Musikant – spielt das stille Lied…

…ungezählte Abende ziehen vorbei, erst häufiger im Bruch, dann nach meinem Umzug eher im BiGa…

Gib mir mein Destillat – gib mir mein’ Alltagstod

… dann die schlagartig erschreckend leeren Räume, als das dämliche Rauchverbot eingeführt wurde – und wie sich der BiGa über lange Jahre hinweg wieder etwas davon erholt…

gib mir mein Gnadenbrot – zur Ewigkeit…

… und nun nach über zehn Jahren das Ende, plötzlich und – für mich – unerwartet.

 

 

 

… Cut.

 

 

 

Einige Zeit später am gleichen Abend.

Arne spielt Wreath of Barbs. Und ausnahmsweise, einmal, ist ein anderer DJ zur Stelle und paßt das Licht wirklich perfekt an. Die Lampen werden gedimmt, einige Strahler tauchen den Raum in nachtblaues Leuchten, und andere Lampen lassen tausende kleine Sterne erscheinen – überall, auf der Tanzfläche, auf der Säule, am Vorhang und an den Wänden… und die Sterne drehen sich langsam, schwingen vor und zurück, tanzen mit den Leuten im gemächlichen Takt der Musik…

Ich stehe da, stehe am Rand der Tanzfläche, stehe still und präge mir dieses Bild ein… und, ja, mir stehen Tränen in den Augen, zum wiederholten Mal an diesem Abend.

So will ich mich an den BiGa erinnern.

Auf ewig.

Das Lied ist aus. Wir verabschieden uns und gehen.

 

Leb wohl, alter Bunker. Danke.

RIP-BiGa

 

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Edit: die Bilder bei Fratzbuch von der Abschiedsparty Samstag sind überwältigend. Schön, daß Euch von jung bis grauhaarig so unglaublich viele die letzte Ehre gegeben, mit Euch gefeiert und – am Ende – getrauert und geweint haben.


Fast wie der Bruch in seinen besten Zeiten

Ha, mal eine neue Disco:

Das Gambrinus in Bad Homburg ist echt empfehlenswert. Sehr angenehme Musik, ein zumindest grober Dresscode, angemessen bepreiste und gute Getränke, und man kann seine Jacke entspannt aufs Sofa werfen und sie bleibt da – einfach weil alle es tun.

Der Meister fühlt sich… zuhause. Und das ist etwas, was zuletzt der Bruch hinbekommen hat – damals, vor langer Zeit…


c = g*t+h

Der Mensch strebt nach Konstanten im Leben, an denen er sich festhalten kann. Das kann alles möglich sein – beim Maschinisten ist eine davon die Disco… und die Leute da.

Man findet einen Laden, der einem genehm ist. Man kommt wieder, lernt allmählich Leute kennen, die kennen dann andere… ein paar kommen, ein paar gehen, aber einige bleiben mit einem. Man weiß: wenn ich da hingehe, dann bin ich nicht allein.

Man lernt die zukünftige Freundin kennen, wechselt vielleicht mal die bevorzugte Disco – aber die Bekannten sind auch da. So groß ist die "Szene" nicht.
Ein paar kommen dazu, andere gehen, einige wenige gehen für immer, unerwartet und schmerzhaft. Man gedenkt ihrer gemeinsam, bei einem Lied, einem Glas. Auf gute Freunde.

Langsam wird die Truppe kleiner, die jüngeren übernehmen. Aber ein harter Kern bleibt.

… und irgendwann, Jahre später, stellt man dann fest, das man für andere ebenso zu einer Konstanten geworden ist – selbst wenn die zwischendurch verschwunden waren. "Ihr seid noch hier? Ihr seid noch zusammen? Toll! Schön, Euch zu sehen!!"

Man bekommt, und man gibt. Ein kleiner ruhender Pol im ewigen Wandel. Danke dafür. Paßt auf Euch auf, Ihr Kinder der Nacht.


Ungelöste WGT-Rätsel…

… warum riecht es in einer vielgenutzten Gothic-Festival-Konzerthalle bei 34 Grad weniger nach schwitzenden Leuten als vielmehr nach Pommes frites?

… und warum verkaufen sie bei diesen Temperaturen nur lieblichen Met?

Ergänzung: Punkt eins könnte an den beiden Pommesbuden liegen, die man in die Konzerthalle installiert hat… ^^


Elektronisches Urgestein

Wer Die Krupps noch nicht live gesehen hat, dem sei dies angeraten – klassischer EBM-Industrial in seiner besten Form. Die sind nicht umsonst seit über 30 Jahren dabei.

Krupps3

Die erste Vorband waren zwei Amis namens “Chant”, aus denen vielleicht mal was werden kann, wenngleich bisher noch Licht und Schatten dicht beieinanderliegen. Beide gute Schlagzeuger, die auch aus Ölfässern Klang rausholen, und der eine kann sogar sehr ordentlich singen.

Bei der zweiten Vorband hat der Verantwortliche sich allerdings etwas vergriffen… oder war es Absicht? Schöner als an den nicht besonders fähigen Typen aus Südamerika konnte man die Qualitäten der dann folgenden Altmeister jedenfalls nicht zeigen:

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Gothic Style

*kicher* Splendid! Wonderful!

Sowas passiert, wenn man (in diesem Falle englische) Grufties auf "Gangnam Style" losläßt.

"Whitby Gothic Style" auf DuRohr


Entscheidungsschwierigkeiten

Neue Heckklappe – neuer Aufkleber nötig. Nur welcher?

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