Tja, alter Bunker…

… jetzt bist Du wohl endgültig angezählt. Einmal bist Du ja schon auferstanden, aber nun siehts endgültig duster aus.

In meinen Träumen warst Du irgendwie für immer da, schließlich gibts Dich schon, seit ich drei Jahre alt war. Wie oft haben wir gescherzt, daß wir irgendwann mit Gehhilfe und Rollstuhl auf Deiner Tanzfläche rumwackeln…

Dir verdanke ich ungezählte schöne Abende, sportliche Betätigung und Gelächter.

Dir verdanke ich viele meiner Freunde.

Dir verdanke ich Trost, als es mir richtig scheiße ging und mir zuhause die Decke auf den Kopf gefallen ist.

Dir verdanke ich meine Ehefrau.

Where you are läuft, ein guter Schwung Leute ist da, auch einige “alte”. Arne schilt mich, warum ich ihm nach zwanzig Jahren immer noch förmlich die Hand reiche statt ihn zu umarmen, wie er es mit Freunden macht.

Die alte Tanzordnung stellt sich irgendwie von selbst wieder ein… und ich hab jetzt schon nen Knoten im Hals.

Nutzen wir die paar Abende, die uns noch bleiben. Ehren wir Dich, ehren wir Deinen Daseinszweck: feiern bis zum Morgen.


ZAO

Das ging bisher an mir vorbei: die Zeiten, wo wir bewegte Bilder mit Sprache als auch nur ansatzweise “echt” annehmen konnten, sind offensichtlich schlagartig vorbei.

Es scheint, man braucht nur ein Video von Person 1 und einige simple Photos von Person 2 – und dann generiert diese App auf einem gottverdammten Handy ein sogenanntes Deepfake-Video, wo es so aussieht, als würde Person 2 das tun und sagen, was Person 1 getan und gesagt hat. Das ganze klappt unter anderem aufgrund der begrenzten Rechenkapazität eines Smartphones umso besser, je mehr sich die Gesichter ähneln.

Interessanterweise findet man bisher nicht viel in deutscher Sprache, aber bei diesem Video bekommt man einen kleinen Eindruck von den Möglichkeiten dieser Technik.

https://www.youtube.com/watch?v=knRGxj37AjM

Und nun stelle man sich vor, was man mit der Rechenkapazität eines richtigen Computers odet gar eines Großrechners anstellen könnte… Hubert Meier anstelle von Jean-Luc Picard als Captain der Enterprise ist da noch echt harmlos. Was passiert aber, wenn plötzlich unser Bundeskanzler tausendfach auf nachgesprochene Hitler-Reden montiert und in Polen verteilt wird? Oder simpler: wenn ein Kollege in der Firma Dein Gesicht auf irgendein Video montiert, wo er über die Firma und Deinen Chef abledert oder schlimmeres?

Da geht er endgültig hin, der letzte Rest der einst durch das Fernsehen gewonnenen Objektivität und Überprüfbarkeit von Berichten. Schauplätze und Requisiten konnte man schon immer fälschen, Aussprache und Tonlage spätestens seit der Verfügbarkeit ausreichend leistungsfähiger Computer – aber die zugehörige Mimik von Personen in dieser Perfektion und mit dermaßen geringen Mitteln, das ist neu.


Isdasgeiloderisdasgeil?

Da baut einer einen Boxermotor mit Elektromagneten und Mikroschaltern:

https://www.youtube.com/watch?v=x4im3M9IFcI

Ziemlich coole Idee!


Rasierpinsel

Warum denn nicht gleich?

Gut, man möge in Betracht ziehen, daß der Meister einst einen Fehler gemacht und das verwendet hat, was “halt da war”…: meine ersten Versuche mit einem rasierpinselbasierenden Gesichtshaarentfernungsprocedere habe ich mit einem “Gibbs”-Pinsel aus den späten 60ern gemacht, der jahrzehntelang bei $Muttern herumoxydierte und dann von mir als Reinigungspinsel für alles mögliche genutzt wurde. Mit Seife, ohne Seife, damit kriegt man fast jedes Gerätegehäuse sauber, egal wie verrippt die Oberfläche ist.

Kurz: ein seinerzeit hochfortschrittliches Exemplar mit besten Nylonborsten, nahezu unzerstörbar – und für den Job als Rasierpinsel etwa so gut geeignet wie ein 1-Euro-Handfeger ausm Lüdl. Vermutlich ist es allein der Plastikbegeisterung der Menschen damals zu verdanken, daß sich diese Dinger überhaupt verkauften…

Demzufolge war ich in Bezug auf Rasierpinsel mit künstlichen Borsten… nun ja, voreingenommen, und griff zu einem grauen Dachs vom gezackten Edwin – der sich nun nach einigen Jahren als Mimose erweist und pro Rasur wesentlich mehr Laufmeter an Haaren läßt als sein Besitzer. Täglich die Rasierseife mit der Pinzette zu enthaaren nervt ziemlich. Andererseits bin ich nicht willens, einen verdammten Rasierpinsel regelmäßig mit einer Haarkur zu betüdeln – das Ding soll seinen Job tun und sich ansonsten damit zufriedengeben, daß es ausgewaschen wird und ordnungsgemäß hängend trocknen darf!

Also doch mal Plastik?

Nach einiger Überwindung erstand der Meister daher einen Pinsel mit der angeblich ach so tollen “Silvertip Fibre”…

Rasierpinsel

… und ja, man merkt den Fortschritt der letzten Jahrzehnte, zwischen den beiden Exemplaren auf dem Bild liegt immerhin ein verdammtes halbes Jahrhundert.

Der Neuzeit-Pinsel funktioniert einfach, nur einen Tick fester aufdrücken muß man. Und unbedingt eine Nummer größer kaufen als den vorhandenen Dachspuschel.

Bisher gefällt mir der kleine überaus gut, der Echthaarpinsel wird nun zum Staubwedel degradiert. Wenn er nun auch die versprochene Haltbarkeit erreicht, ist diese Thema auf längere Sicht gegessen.


Schlitzohren.

Och Rainbird.

Des Meisters Weibchen knobelt ja gerade an einer Gartenbewässerung herum – mittlerweile hat sich ja herausgestellt, daß sich ein Brunnen binnen kurzer Zeit rechnet, und wenn man schon mal nen Brunnen hat, kann man ja auch gleich…

Über das Knobeln sind wir genauer gesagt mittlerweile hinaus – zur Zeit wird das Wohnzimmer durch die Einzelteile eines Ventilkastens dekoriert, und die Steuerungselektrik hängt seit einigen Tagen in der Garage herum.

Interessant ist dabei die Preispolitik der Hersteller dieser Grünzeugbefeuchtungsdevotionalien…:

Das Vierkanal-Steuergerät, wo durchaus etwas Know-How drinsteckt, gibts für nen knappen Hunderter. Der 24V-Schütz für die Pumpe dagegen kostet – hochtrabend als “Pumpenstartrelais” bezeichnet und hübsch in einen wasserdichten Kasten mit dem Herstellerschriftzug gepackt – über 160 Öcken. Das schaltet dann zwar auch über 5000 Watt, aber wer hat schon so ne Pumpe im Vorgarten? (Edit: es gibt auch ne 2,5kW-Variante für 120€. Immer noch zu teuer.)

Das Magnetventil für die Bewässerung inklusive manueller Betätigung kostet in einer etwas robusteren Variante gute 30 Eier, der Hersteller verspricht sogar Ersatzteilversorgung. Die Dichtung für ebenjene manuelle Betätigung, ein simpler O-Ring, kriegt man aber nur im Paket mit der Magnetspule für 17€ pro Stück. Besonders nett, wenn der bereits beim neu gelieferten Ventil aus irgendwelchen Gründen so verzogen ist, daß das Ding nicht mehr dicht hält…

Falls es daher jemanden interessiert:

Eine übliche 1kW-Pumpe kann man mit einem Finder 22.32.0.024.4340 schalten. Der kleine Schütz kostet ein Zehntel des “Pumpenstartrelais”, und einen billigen wasserdichten Kleinverteiler zum Einbau kriegt man ebenfalls für unter 20€.

Und der O-Ring an der Magnetspule des Rainbird 100-DV ist ein 23,52×1,78mm-EPDM-O-Ring, den man für einen Centbetrag nachkaufen kann, wenn man denn die Maße kennt. Falls das Ventil dann trotzdem nicht dicht sein will, kann man auch mal sein Glück mit einem 24x2mm-O-Ring versuchen; je nach Toleranz der Plastikteile paßt der ebenfalls.


Euch gehts zu gut…

Was für ein himmelschreiender Quatsch: Kanadas Ministerpräsident wird angekackt und sieht sich zu einer Entschuldigung genötigt, weil er auf einer Kostümparty einen Mohren dargestellt hat, komplett mit dunkel geschminktem Gesicht. Konkret war es wohl eine “Aladdin mit der Wunderlampe”-Verkleidung. Vor 20 Jahren. Und selbst die Tagesschau berichtet über den Unfug. Davon, daß er in dieser Verkleidung irgendjemanden durch Wort oder Tat verunglimpft habe, ist nirgendwo die Rede.

Mal ernsthaft: müssen sich jetzt auch sämtliche Schwarzafrikaner dafür in den Nachrichten entschuldigen, wenn sie sich bei irgendwelchen Feiern oder Stammesriten die Gesichter weiß schminken??

Des Meisters Meinung: wer sich über sowas aufregt, der hat ganz offensichtlich nichts besseres zu tun – und sorgt höchstens dafür, daß rechte Parteien ein Thema mehr für den Wahlkampf haben.


Das wär doch mal was!

Nachdem dank ZDF erfolgreich das letzte dünne bißchen leuchtendblauen Lacks von der tiefbraunen Fäkalöffnung der AfD runtergekratzt ist, kommentiert die Welt: “Hitler-Erben verklagen Höcke wegen Urheberrechtsverletzung“.

Mensch, das wär doch zur Abwechslung mal eine sinnvolle Nutzung des dämlichen Urheberrechts, wenn man dem Typen damit das Maul stopfen könnte! Leider aber nur Satire.

Und in Finnland üben sie sich im Heavy-Metal-Stricken, woran man mal wieder sieht, daß die Finnen erstens kreativ im Erdenken seltsamer Sportarten und zweitens ziemlich schmerzbefreit sind…


Die Tücken von PSD2…

… werden dann offenbar, wenn sich die Verwandtschaft aus Mittelamerika meldet und rumflucht, daß ihr Onlinebanking plötzlich “komische Dinge” wissen will.

Daß die Hinweismails (“da war so ne Nachricht… “) nicht verstanden bzw. als unnützer Kram, der nur in Deutschland lebende Personen betrifft, betrachtet und gelöscht werden (“…die haben da was von SMS und Europa gefaselt, da dachte ich, das betrifft mich doch eh nicht”).und dann zusätzlich noch die HinweisBRIEFE bei der für ihre Professionalität ja weithin bekannten guatemaltekischen Post versumpfen, daran hat wohl weder die Bank noch die EU gedacht :-)

Jetzt stellt sich nur die Frage, wie der Meister einen TAN-Generator da rüberbringt. Hinschießen klappt jedenfalls nicht, das hält das Gerät nicht aus. Wobei, das bißchen Elektroschrott in Nordafrika fällt auch nicht mehr auf, solang es keinem auf den Kopf fällt…


Plöt.

Grmbl, das hier klingt nach einer ziemlich bösen Lücke in iOS. Dann werde ich mein gutes iOS 10 und die noch vorhandenen 32Bit-Apps (64 Stück zufälligerweise, haha…) nun wohl doch entweder einstampfen oder dem SE und dem iPad endgültig den Zugang ins Internet verwehren müssen… -.- schade drum.


Adios, Krautreporter.

Schade. 2014 sah das echt gut aus. Leider sind die Jungs aus meiner persönlichen Sicht über die Jahre immer “unleserlicher” geworden:

Erst eine neue Website, die bar jeder Chronologie  die Texte ausschließlich nach Themengruppen sortiert, so daß man sich mühevoll durchwühlen muß, wenn man einfach mal gucken will was es denn neues gibt.

Dann die Anmeldepflicht, bevor man überhaupt mal etwas sinnvolles zu sehen bekommt. In den ersten Jahren nach der Gründung hatte ich die Krautreporter-Startseite dauerhaft im Browser offen, habe immer dann, wenn ich Lust und Laune hatte, mal durch die chronologische Liste mit den Artikeln durchgescrollt. Wenn ich was gefunden habe, was mich interessiert hat, habe ich den Teaser gelesen, mich dann angemeldet und den Rest des Artikels gelesen.
Die aktuelle Website von Krautreporter verhindert diese Leseweise leider äußerst effizient. Seitdem finde ich neue interessante Artikel nur noch über den Wochenpost-Newsletter oder die täglichen Nachrichten von einem der Autoren – und wenn ich dann gerade keine Zeit habe, direkt den Artikel zu öffnen, finde ich sie nur nach Wühlerei in meinen alten Emails, meist jedoch gar nicht mehr. Ganz ehrlich: das nervt ziemlich.

Den letzten Schubs zum Klick auf “Kündigen” hat dann aber Herrn Fahrenbachs heute in seinem Newsletter eingeführte geschlechtsneutrale Sprache gegeben. Bisher tauchte dieser Blödsinn nur in dem einen oder anderen Artikel auf. Da konnte man drüber weggehen: kurz den Brechreiz unterdrückt, Artikel nicht weitergelesen und zugemacht, fertig.
Dieser Newsletter ersetzt nun aber aber leider eine vernünftige Website… Da ich meine Ansicht zu dieser Sprachvergewaltigung selber niemals so gut in Worte fassen könnte, verweise ich einfach auf die TAZ: https://taz.de/Die-Wahrheit/!5584001/
Des Meisters Fazit dazu: ich will Texte verdammt nochmal lesen können. Und dazu gehört für mich, daß ich sie zum einen schnell und unkompliziert finde und zum anderen flüssig erfassen kann und nicht über Doppelpunkte, Sternchen und vollkommen unnötige Wortanhängsel stolpere. Denn wenn ich das tue, habe ich ganz schnell keine Lust mehr weiterzulesen.

Und deswegen fliegt jede Zeitschrift oder digitale Publikation raus, die mir mit dem Genderquatsch zu sehr auf die Nerven geht. Warum man in jedem Text die Sprache wie in einem Hochschulfachschafts-Frauengruppenpamphlet der Neunziger vergewaltigen muß, ist mir schleierhaft. Für mich zählen diesbezüglich die eigenen Überzeugungen und Taten – und nicht das Feigenblatt des nutzlosen Verschwurbelns der deutschen Sprache.

Gibt es eigentlich überhaupt irgendein anderes Land, das diesen Blödsinn macht?