Induzierter weißgelber Unsinn

Aus mir nicht gänzlich nachvollziehbaren Gründen ist mir heute den ganzen Tag Eiersalat im Kopf herumgespukt!!

Eiersalat beim Rasieren – gut, ging noch.

Eiersalat beim Konstruieren einer Scheibe mit spiralförmig angeordneten Löchern (nicht fragen, Ärzte brauchen sowas wohl): anstrengend.

Eiersalat beim Korrekturlesen eines englischen Analysereports, den Dir der schwedische Kollege mit der Bitte um Prüfung zugesandt hat: geht gar nicht.

Man stelle sich vor: Du überlegst gerade vollkommen vertieft und angestrengt, was für ein Maß wohl noch fehlen oder – schlimmer – was denn der tiefstem Fachchinesisch mit keinesfalls perfekter Beherrschung der Fremdsprache geschriebene Satz bedeuten könnte, der Dir da vom Bildschirm entgegenleuchtet.

Dein Hirn arbeitet. Millionen Hirnzellen pressen gespeichertes Wissen mit solcher Macht heraus, daß sie dabei schon fast anfangen zu furzen. Man könnte eine Nadel fallen hören in der Denkstube.

… und mitten in die angestrengte Stille hinein meldet sich das kleine, blöde Arschloch von hinten links zu Wort, das die ganze Zeit eh schon nix vernünftiges getan hat:

“…”

“… …”

“… … …”

“Eiersalat?”

Die schwer arbeitende Zelle rechts daneben hält inne, hebt die Augenbrauen, guckt irritiert: “Hä??”

“Eiersalat! Eiersalat!!”

“Depp.” Die Zelle schüttelt den Kopf und will weiterarbeiten, hat aber vergessen, wo sie war. Nachdem die Zelle daneben aber auf ihren Input wartet und schon ungeduldig wird, gibt sie halt notgedrungen weiter, was sie gerade parat hat: “Eiersalat.”

Das hören die vier Zellen daneben, halten inne, heben die Augenbrauen, gucken irritiert… und so weiter.

Und der Herr Ingenieur sitzt da, guckt blöde auf die hochwissenschaftlichen englischen Berechnungsergebnisse der Konusschraubverbindung – und denkt: “Eiiiersalaaaat…”, während ihm langsam, ganz langsam ein kleiner Speichelfaden aus dem Mundwinkel kriecht…


“Scheiß auf Statistik”…

… sagte mein Auto – und präsentierte mir gleich drei auf einmal durchgebrannte Birnen.

Vielleicht sollte ich mal über einen Lottoschein drüberfahren und den dann anhand der Reifenabdrücke ausfüllen…


Danke, Elektra Tailfingen…

… für diese wirklich wunderbar mißbrauchbaren Nockenschalter von Euch.

Wir haben:

  • einen Stern-/Dreieck-Umschalter mit “Aus” in der Mittelstellung
    • einen zweistufigen Drehtaster mit ebenfalls drei Schalteinheiten, der ursprünglich ganz bestimmt mal seine Daseinsberechtigung hatte. Selbige ist mir jedoch vollkommen schleierhaft. Ist aber eigentlich auch egal.
  • Feile und Schraubendreher

Wir benötigen:

  • einen zweipoligen Ein-/Ausschalter
  • einen Umschalter mit … äh… nennen wir es “leicht legasthenische Binärlogik” – ein Eingang, der in Schalterstellung 1 auf Ausgang 1, in Stellung 2 auf Ausgang 1 und 2, in Stellung 3 auf garnix und in Stellung 4 auf Ausgang 2 gelegt ist.

Und nun… sollte hier eigentlich eine einigermaßen nachvollziehbare Anleitung stehen. Hab ich aber nicht. Ich hab aber einfach den Endanschlag von den beiden Schaltern (eine Blechscheibe mit einer Aussparung unterhalb der Blechabdeckplatte) so zurechtgefeilt, daß der Taster zum Schalter wurde und der Schalter eine Schaltstellung mehr bekommen hat. Und dann wurde einfach so lange herumprobiert, bis die gewünschten Schaltstellungen da waren…

Danke, Elektra Tailfingen...


Man sieht es regelrecht vor sich

…irgendwann vor 45, 50 Jahren… ein Konstrukteur und irgendein Chef/Firmenpatriarch oder sonstiger Boss (die Seuche der Controller gab es damals ja noch nicht)…:

Boss: “.. ach ja, und den Ablauf für die Bohrflüssigkeit am Bohrtisch schenken wir uns.”

Konstrukteur: “Aber dann müssen wir die Gußform ändern.”

Boss: “Gußform? Brauchmanich – wir lassen einfach das Loch weg.”

Konstrukteur: “Aber… da ist doch ne Wanne drin. Da sammelt sich doch die ganze Soße und die feinen Späne. Dann müssen wir die Gebrauchsanweisung ändern, damit der Kunde das leermachen kann.”

Boss: “Gebrauchsanweisung? Brauchmanich – das wird der Benutzer wohl selber wissen.”

Konstrukteur (zunehmend verzweifelt): “Aber das Sieb da oben drin ist doch eingepreßt und ohne Griff, das sieht der doch gar nicht. Dann muß ich zumindest das Sieb ändern.”

Boss: “Sieb ändern? Brauchmanich.”

Konstrukteur: “Aber…”

Boss: Nehmen wir mal an, da drin steht das Zeug. Passiert was?”

Konstrukteur (verwirrt): “Naja, es müffelt… und irgendwann ist auch unser Tisch mal durchgerostet…”

Boss: “Wann?”

Konstrukteur (resigniert): “Naja… so zehn bis fünf—”

Boss: “Sehnse – brauchmanich. Machense einfach das Loch weg. Das verdunstet schon.”

 

… und nun sitzt der Meister da, 45 Jahre danach, hat das Sieb bei seiner Centrex rausgepopelt und klopft mit Hammer und kleinem Schraubenzieher den Schmodder der letzten Jahrzehnte aus der Wanne ohne Ablauf. Interessant, in was sich feine Metallspäne, Öl und Wasser in so langer Zeit verwandeln:

Man sieht es regelrecht vor sich

 

Ergebnis nach einer Dreiviertelstunde: Das Loch ist wieder leer, der Grauguß-Tisch hat die Sache bewundernswert gut überlebt – und die Klinge vom Schraubendreher ist krummgehämmert. Hartes Zeug, so ein gut gereifter Bohrschlonzkuchen…

Und jetzt kommt da entweder ein Ablauf rein, bevor der Tisch neu lackiert wird, oder das Sieb wird umgebaut. Oder beides.

Man sieht es regelrecht vor sich


Siehst Du, TM…

Siehst Du, TM...

… deswegen hab ich diese Winz-Drehmaschine – damit dieser kleine M5-auf-M6-Adapter mal eben schnell gemacht ist und nicht in eine abendfüllende Tätigkeit mit der Feile und einen trotzdem hundmiserablen Ergebnis ausartet.

 

Mal was anderes: bin ich eigentlich der einzige, dem es auffällt und den es ärgert, daß die Verarbeitung simpler Normteile irgendwann in den letzten Jahrzehnten so richtig scheiße geworden ist? Ist mir nur gerade wieder aufgefallen, als ich eine neue Mutter neben eine aus den frühen Siebzigern gelegt habe…:

Siehst Du, TM...Klar, technisch können die dasselbe – die neuere evenutell sogar etwas mehr. Aber muß die deswegen wirklich so hingerotzt aussehen…?


Neues Spielzeug

Die Black&Decker ist tot, es lebe die Black&Decker…

… oder genauer: tot ist des Meisters alte Bohrmaschine nicht – aber ein Gerät, das um über 0,2mm eiert, spannt man halt nicht mehr in einen Bohrständer. Ein spät bemerktes Opfer des Umzugs.

Das eilig durchgeführte Tauschen der Lager hat leider nicht viel gebracht; das Bohrfutter ist hinüber. Und nach mehreren vergeblichen Versuchen steht für mich ziemlich fest, daß Röhm, Metabo und Co. heutzutage nur noch die Futter mit dem fast nur bei Handbohrmaschinen verwendeten zölligen Gewinde versehen, die ansonsten als Ausschuß auf dem Müll landen würden.

Also doch mal was “richtiges”. Nach einiger Suche (und dem Ausschließen einer wunderschönen Siemens&Halske-Maschine, die jede Steampunk-Werkstatt adelt, aber mit bald einem Meter Bautiefe leider den vorgesehenen Platz gnadenlos sprengen würde)…

Neues Spielzeug

(man stelle sich das Teil mal komplett überholt vor…)

…wurde es dann ein Stück badische Baukunst.

Hat irgendwer schon mal was von der “Süddeutschen Präcisions GmbH” gehört? Ich nicht.

Egal: das Biest ist von 1973, aus Metall, wiegt 100kg (nochmal danke an Amok fürs Mitschleppen), hat eine mechanische stufenlose Drehzahlregelung, die ich sonst nur von den Ungetümen von Alzmetall kenne – und wird nun gerade bis zur letzten Schraube zerlegt, gereinigt, neu lackiert, mit neuen Lagern versehen und auf 220V-Betrieb umgebaut. Einen passenden Motor hatte eine Hanauer Firma im Programm, die TU München war so nett und hat mir einen Scan der originalen Anleitung zukommen lassen – und ein freundlicher Mensch irgendwo aus dem Norden hat mir vorab einen Schwung Fragen beantwortet und Bilder zugeschickt – bereits jetzt eine deutschlandweite Coproduktion also :-) Neues Spielzeug


Ätsch, geht doch.

Daß der Meister ein böser Jünger des heiligen Jobs ist und das Apfel-Upgrade verweigert, schrieb ich ja schon. Dazu gehört, daß auch das alte iTunes inklusive Apps dableibt. Wie ebenfalls geschrieben, scheint des Meisters Na nicht getrogen zu haben  – ich falle nämlich zunehmend über Apps, die einfach aus dem Appstore verschwunden sind. Und zwar nicht nur so, daß man sie nicht mehr kaufen kann, sondern auch so, daß sie aus der Liste der gekauften oder der der ausgeblendeten Artikel still und leise verschollen sind. Kurz: “weg” im Sinne von “wirklich weg”, ohne sie irgendwo im Account neu laden zu können. Auf einem neuen Gerät kann man sowas schlicht und einfach nicht mehr installieren, wenn man es nicht auf dem PC hat, kopieren von Eifon zu Eifon geht ja bekanntermaßen nicht.

Es geht also nix über die lokale Sicherung der gekauften Apps in iTunes.

Nun hat der Maschinist jedoch in einem Fall spontaner geistiger Umnachtung etwas spät reagiert, als es um das Updaten von Apps ging – und iTunes gesagt: “mach halt”, wonach iTunes dann einige Apps freudestrahlend auf iOS11-only-Versionen aktualisierte.

Dumm gelaufen, und wenn es nach Apple geht, hat man damit dann halt verloren.

Wenn es nach mir geht, nicht. Also suchte ich und fand einen Beitrag von 2015, in dem ein freundlicher Mensch festhielt, was man tun möge, um iTunes zu veräppeln und alte Versionen von Apps zu laden. Dazu braucht man Fiddler, iTunes 12.4.3 (neuere Versionen lassen sich von Fiddler nicht einfach so veräppeln) – und einen Rechner oder eine Virtuelle Maschine, wo man beides installieren kann. Dann nutzt man Fiddler, um die Kommunikation von iTunes mit dem Server zu verändern, wenn man die App herunterlädt – und kriegt seine alte App-Version.

Soweit, so gut. Nur hat Apple offenbar den Appstore des alten iTunes lahmgelegt; egal, was man tut, man kann keine Apps aus dem Appstore mehr herunterladen – was ein kleines Problem darstellt.

Fast jedenfalls. Wenn das alte iTunes die App nämlich kennt und sie nur aktualisieren will, geht das noch. Nur wie kriegt man eine alte Version der App in das alte iTunes rein, die es aktualisieren könnte, damit man das austricksen und eine alte Version der App laden kann?

Klingt nach einem Henne-Ei-Problem. Aber es geht, und zwar so:

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Na, wo bleiben…

… die Verschwörungstheorien zu den in den letzten Tagen plötzlich etwas langsam laufenden Uhren am Stromnetz?

Ich dachte ja auch erst, daß mein braver alter Saba nach knapp 40 Jahren doch etwas Rheuma in den Lötkontakten bekommen hätte – aber nein, Heise lieferte mal wieder die Lösung: die Schweizer waren’s!

Zum ersten Mal seit langem haben die Netzversorger es nicht hingekriegt, die 50Hz der Netzspannung über den Tag nicht sauber auszuregeln. Ganz ohne Chemtrails und mißgünstige russische Geheimdienste mit außerirdischer Technik.

Pech gehabt, Uhren nachgestellt.


“Facebook, Google & Co. machen süchtig”

Heise meldet das – und beruft sich auf Aussagen von durchaus mit der Materie vertrauten Leuten – dem Erfinder des “Like”-Knopfs in Fratzbuch beispielsweise.

Die These: die sozialen Netzwerke, egal ob nun Facebook, Instagram, Snapchat oder wer auch immer, sind durch ihr Geschäftsmodell quasi dazu genötigt, den Benutzer soweit wie nur möglich zu einem Klickjunkie zu machen, indem sie (auf unterschiedliche Weise) das Belohnungszentrum des Gehirns schamlos mißbrauchen.

Mangels eigener Erfahrung kann ich nix dazu sagen – außer: wenn ich mir so den einen oder anderen Praktikaten/Azubi bei uns ansehe, der mit dem Mist aufgewachsen ist, scheint es durchaus, als würden die Theorien stimmen.

Auf die Spitze getrieben hat es unser Vollprofi von einem Azubi. Der Typ definiert sich über sein Handy. Selbst mit einer Abmahnung nebst Kündigungsdrohung im Kreuz kann der nicht von seinem blöden Telefon lassen – und ist sichtlich unglücklich, wenn er es mal nicht benutzen darf. Folge: egal ob mit oder ohne Smartphone, seine Aufmerksamkeitsspanne entspricht etwas der eines Eichhörnchens.

Nicht representativ, klar, aber diejenigen mit Kindern sollten es sich besser mal ganz genau überlegen, wie sie das verhindern wollen. Sonst sind wir schneller eine Gesellschaft von Dummbroten, als uns lieb ist.


Japp, wie erwartet

Apple räumt still und leise seinen Appstore aus, scheint es: zwei meiner Apps habe ich (ohne danach zu suchen) schon gefunden, die man nicht mehr aus dem Store runterladen kann, wenn man sie auf dem Gerät gelöscht hat und nicht mehr das alte iTunes mit App-Verwaltung benutzt.

Des Meisters Mißtrauen scheint also durchaus angebracht…