… „die Arschlöcher sind meist die besseren Ärzte“ (Zitat der weiblichen Hälfte meines Ursprungs).

Zumindest ein Beispiel für die Inverse dieser Aussage kenne ich jetzt – von Dr. H. aus U., seines Zeichens Allgemeinchirurg, bin ich weniger angetan.

Menschlich ist er echt lieb, ebenso wie seine offenbar an jedem Wochentag wechselnden Angestellten.

Fachlich dagegen… man korrigiere mich, wenn ich falsch liege: wenn man ein Atherom (ein Pickel, der ein- statt ausziehen und immerzu anbauen will und dem man deswegen halt irgendwann fristlos kündigen muß) öffnet, dann erwarte ich, daß jenselbige Lästigkeit nicht ein bißchen, sondern spätestens nach Abschwellung vollständig entleert werden möge und man nicht den bei der ersten Sitzung nach dreißigsekündiger Grobreinigung reingestopften Mull rausgezogen, ein Pflaster draufgepappt bekommt und mit dem Hinweis nach Hause geschickt wird, man möge die Sache doch daheim selbst mit der Dusche noch „etwas ausspülen“ und mit dem Fön (!) trocknen (das corpus delicti befand sich nebenbei mittig zwischen den Schulterblättern am Rücken; man probiere da mal selbst ranzukommen).

Nach einer guten halben Stunde geduldiger Bearbeitung war meine in sowas zum Glück sattelfeste bessere Hälfte soweit, daß kein Dreck, Talgbrocken in Fingernagelgröße und weißderteufelwasnoch mehr kam und die Wunde sauber aussah. Morgen gehe ich los und hole isotonische Kochsalzlösung (edit: wurde dann doch Polyhexanidlösung, lieber mit Kanonen auf Spatzen schießen als umgedreht…) zum Spülen.

An der Schrift erkennt man einen guten Arzt offenbar nicht: der Mann hat fast exakt dieselbe Sauklaue wie meine werte Mutter – die hat sich aber in all ihren Berufsjahren nie einen Schnitzer erlaubt.

Wenn ich mal wieder einen brauche: Kennt jemand einen fähigen Chirurgen?

Merke des weiteren: diese komischen Pflaster aus weißem gelochtem Filzkram mit durchsichtigem, leicht schmierigen Klebstoff sind zu meiden, ich bin tatsächlich mal auf etwas allergisch, und zwar nicht zu knapp. Es geht doch nichts über gutes altes Leukoplast/-tape mit dem bappigen weißen bis hellbraunen Klebstoff Marke „alter Kaugummi“, den nur Waschbenzin widerwillig auflöst.